Halsar

HALSAR
eine Installation von aus (Yasuhiko Fukuzono)
und Karin Zwack

2-channel video installation

16'00'' / 13'38''
 












Die Installation Halsar besteht aus zwei zeitlich unabhängig voneinander laufenden Videoloops. Sie zeigen Standbilder aus Webcams, die ursprünglich der Dokumentation der Witterungsverhältnisse in abgelegenen Regionen Islands dienen. Es sind nicht nachbearbeitete, teilweise von Überblendungen und Bildstörungen gezeichnete Landschaften, die Karin Zwack über einen Zeitraum von sechs Jahren für das Projekt sammelte und selektierte. Jedes Bild ist mit einer minimalistischen Klangkomposition versehen, die von dem japanischen Musiker Yasuhiko Fukozono (aus) erarbeitet wurde.
Im immer neuen Zusammenspiel zweier audiovisueller Loops verdichtet sich die Installation zu einem Gefüge aus mehrschichtigen Bedeutungen.
Die Stills der technologischen Überwachung erinnern in Perspektive und Aufbau an die Landschaftsbilder der romantischen Naturmalerei. Und doch wird deren Idee einer urtümlichen, ungezähmten Natur hier umgekehrt: Landschaft wird technologisch durchdrungen und kontrolliert – und die Bilder entstehen nur durch diese Überwachung. Das ist auch ein radikaler Bruch mit dem stereotypen Naturbild Islands, das Postkartenkalender und touristische Sehnsüchte anfüllt.
Der Versuch der Kontrolle und Aneignung der Landschaft durch die digitale Überwachung wird gleichzeitig aber gebrochen. Die Bildstörung – das Überblenden des Bildbereichs, das technologische Rauschen, die Unschärfe der Komprimierung – macht die Landschaft abstrakt. Sie enthebt die Bilder aus ihrer Funktion. Sie schafft eine eigene Ästhetik, löst neue Erzählungen aus.
Die Klangspuren Yasuhiko Fukuzonos nehmen diese Bilder noch weiter aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang. Sie betten sie in einen neuen Kosmos, der von Schlagbildern und Elementen der Realität und den abstrakten Strukturen des Digitalen geprägt ist.
Es tut sich ein Zwiespalt auf, zwischen der kalten, technologischen Überwachung von Landschaft und der kontemplativen Ästhetik, die darin liegt. Die Installation vermittelt so auf verstörende Weise, wie widersprüchlich Landschaft im Zeitalter ihrer technologischen Vereinnahmung erfahren werden kann.

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The installation Halsar consists of two video loops showing still images of webcams. These were originally used to document the weather conditions in remote regions of Iceland. They are original images - not post-processed -, some of which are cross-faded and distorted, which Karin Zwack collected and selected over a period of six years. Each picture is provided with a minimalist sound composition, which was developed by Japanese musician Yasuhiko Fukuzono (a.k.a. aus).
In the ever-new interplay of two audiovisual loops, the installation condenses into a structure of multi-layered meanings. The stills of the technological monitoring are reminiscent in perspective and structure of the landscapes of romantic nature painting. The romantic idea of ​​primeval, untamed nature is reversed: landscape is technologically permeated and controlled; the pictures are created through this process. There is a conflict between the cold technological surveillance of landscape and the contemplative aesthetic that lies within it. The installation thus disturbingly conveys how contradictory landscape can be experienced in the age of its technological appropriation.